Firmenarchivar übergibt Amt an Nachfolger
Furtwangen, 16. Dezember 2016
Arnold Kienzler sagt nach 71 Jahren bei Siedle Ade

Arnold Kienzler, der Mitte Dezember seinen 90. Geburtstag feierte, verabschiedet sich aus diesem Anlass als Firmenarchivar von Siedle. Kienzler war von 1945 bis 1985 im Unternehmen tätig. Danach half er mit, das Firmenarchiv aufzubauen. Nun übergibt er das Ehrenamt in jüngere Hände.


Dem gebürtigen Furtwanger Arnold Kienzler liegt das „Siedle-Gen“ quasi im Blut: Schon sein Vater arbeitete bei Siedle, und auch seine Tochter startete ihre berufliche Karriere beim Spezialisten für Türkommunikation. Kienzler ist Siedleaner aus Leidenschaft. Während seines Ruhestands hat er ehrenamtlich geholfen, das firmeneigene Archiv aufzubauen. Dabei hat ihn auch die Digitalisierung nicht bremsen können: Vor rund 15 Jahren begann er, alle Archivgegenstände per Computer zu katalogisieren. Das sind immerhin 400 Geräte, darunter zahlreiche noch funktionsfähige Telefone und Türsprechanlagen. Viele davon hat Kienzler für Siedle erworben.

Die alten Firmenbestände fielen 1941 einem Brand zum Opfer. Auf der Suche nach passenden Stücken wurde Kienzler bei Sammlern und auf Auktionen fündig. Ein Höhepunkt war 1995 die Ersteigerung des Glockenturms „Badenia“ mit einem Läutwerk von Siedle. Der Widmung ist zu entnehmen, dass der Gewerbeverein Furtwangen die Uhr 1896 Großherzog Friedrich I. geschenkt hat. „Die Auktion war sehr spannend, weil es viele Interessenten gab“, erinnert sich Kienzler. „Auch Museen haben mitgeboten, aber wir hatten zum Schluss die Nase vorn. Jetzt ist der Glockenturm wieder in Furtwangen und empfängt am Haupteingang die Besucher.“

Kienzler erzählt gern aus der Geschichte des Unternehmens, und wer ihm zuhört, merkt sofort, dass er Siedle-Archivar mit Leib und Seele ist. Kaum vorstellbar, dass er jetzt zu seinem 90. Geburtstag aufhören will. Aber für Nachfolge hat er gesorgt: Betriebsrentner Edgar Grieshaber, 72, und der Mitarbeiter Thomas Schätzle, 54, werden künftig das Archiv betreuen. „Und falls die beiden doch einmal Unterstützung brauchen: Ich bin ja nicht aus der Welt“, verspricht Arnold Kienzler.

Arnold Kienzler: Ein Leben mit Siedle
Arnold Kienzler hat seine berufliche Laufbahn 1945 bei Siedle begonnen. Der 18-jährige Geselle der Uhrenschule war kurz zuvor aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt. 1947 machte Kienzler eine Prüfung zum Elektrotechniker. Die Produktions- und Verwaltungsgebäude von Siedle waren zu jener Zeit über ganz Furtwangen verstreut; 1941 hatte ein Brand fast das gesamte Werk vernichtet. Scherzhaft sprachen die Siedle-Mitarbeiter damals von den „Vereinigten Hüttenwerken“. Arnold Kienzler erlebte die schwere Zeit mit, ebenso wie die anschließenden Wirtschaftswunderjahre und die Entwicklung von Siedle zum international tätigen Technologieführer. In seiner beruflichen Karriere bei Siedle arbeitete Kienzler in vielen Positionen und Abteilungen, von der Mechanik und dem Glocken- und Telefonbau bis hin zur Wareneingangskontrolle. Nebenbei war er seit 1953 Mitglied des Betriebsrats, von 1957 bis 1985 dessen Vorsitzender. Mit seinem beruflichen Abschied 1985 übergab er das Amt einem Jüngeren, um gleich darauf ein neues anzutreten: das des ehrenamtlichen Siedle-Archivars.

Bildunterschrift:
Arnold Kienzler, rechts, und sein Nachfolger Edgar Grieshaber, links, präsentieren alte Telefone aus dem Siedle-Archiv.
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