„Ein Vorzeigeunternehmen“
Philipp Rösler bei Siedle:
„Andere haben Apple – wir haben Siedle.“

Gut vorbereitet und informiert, offen, gesprächsbereit und offensichtlich begeistert von dem, was er zu sehen bekam – Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler sparte nicht mit Komplimenten, als er am vergangenen Freitag das Unternehmen besuchte. Ein Protokoll:
Keine Berührungsangst
Kurz vor 10 Uhr fährt die Limousine vor, nachdem zuvor schon uniformierte Polizei und ein Kripo-Beamter die Sicherheitslage geprüft haben. Philipp Rösler betritt den Haupteingang und begrüßt alle Anwesenden persönlich mit Handschlag – von der Geschäftsführerin bis zu den Damen an der Zentrale. Ein sympathischer Einstieg, der den Ton vorgibt für den ganzen Besuch. Der Minister zeigt weder im buchstäblichen noch im übertragenen Sinn Berührungsangst.

Das kommt uns sehr entgegen, denn für Smalltalk ist ein solch seltener Besuch zu schade. Gabriele Siedle leitet gleich nach der Begrüßung über zu Themen, die unter den Nägeln brennen: von China, wo andere sich die Markenrechte am eigenen Namen Siedle geschnappt haben, bis zu Berlin und Brüssel, deren Regulierungswut den Unternehmen ständig neue Vorgaben auferlegen. Der Wirtschaftsminister fasst den kurzen Austausch zusammen: „Frau Siedle hat mir den Auftrag mitgegeben, die unternehmerische Freiheit zu erhalten und die Überregulierung zu verringern. Das tue ich gern, denn diese Freiheit zahlen die Unternehmen doppelt und dreifach zurück, an die Region, an den Standort und an die Menschen.“

Automatisierung und Individualisierung
Nach der Begrüßung führt Produktions- und Logistikleiter Harald Helms durch einen Rundgang, bei dem wir dem Gast in der Kürze der Zeit zeigen wollen, welche Stärken Siedle auszeichnen. Zum einen ist das der hohe Automatisierungsgrad, ohne den wir gegen den Kostendruck des Wettbewerbs keine Chance hätten. Erste Station ist daher die SMD-Bestückung, in der Rösler einiges erfährt über das komplizierte Innenleben eines vermeintlich einfachen Produkts. Dass beispielsweise die Sprachübertragung auf digitalem Weg eine größere Herausforderung darstellt als das Videobild, überrascht nicht nur ihn.

Damit klar wird, dass es bei Siedle nicht nur ruhig und fast klinisch rein zugeht, führt die nächste Station in die mechanische Fertigung, wo schon die Geräuschkulisse keinen Zweifel daran lässt, dass es sich um eine industrielle Produktion handelt. An der Stanz-Laser-Maschine erläutert Harald Helms, wie hier die Grundlagen gelegt werden für die extreme Individualisierung, die Siedle charakterisiert. So entsteht aus zwei scheinbaren Gegensätzen ein Erfolgsrezept: extreme Rationalisierung einerseits, kundenspezifische Fertigung bis zum Einzelstück andererseits.

„Andere haben Apple – wir haben Siedle“
Wie beides mit viel Handarbeit und Sorgfalt zusammenfließt, erlebt Philipp Rösler anschließend in der Steel-Montage. Vor ausgewählten Anlagen der Reihen Steel und Classic äußert er sich anerkennend, ja bewundernd über das Siedle-Design.

Nicht das letzte Kompliment für gelungene Gestaltung: Im Ausstellungsraum, wo die kleine Führung endet, probiert Rösler die Bedienung des Comfort-Video-Panels aus und sagt schließlich, mit Blick auf Siedle Scope in seiner Hand: „Andere haben Apple – wir haben Siedle.“ Ein Vergleich, der mehr ist als ein Kompliment für schöne Produkte; die enorme Bedeutung des Designs für den wirtschaftlichen Erfolg wird nirgendwo deutlicher als bei der Marke mit dem Apfel-Logo.

Vorbildlicher Mittelstand
Nicht nur im Design sieht der Wirtschaftsminister Vorbildliches: „Mittelstand, wie er im Buche steht“ habe er gesehen, mit Stärken, die gerade im Ausland geschätzt werden: „Präzision, Wertarbeit, perfekte Funktion, Solidität und Verlässlichkeit.“ Und er bezieht sich damit nicht nur auf die Produkte: „Sehr wichtig am deutschen Mittelstand sind die Einbettung in den Standort und die Loyalität mit den Mitarbeitern. Was man bei großen Konzernen manchmal beobachten kann, habe ich bei keinem Mittelständler erlebt: dass in wirtschaftlich guten Zeiten Mitarbeiter entlassen werden.“

Nein, das hat es bei Siedle nicht gegeben, und das wird es auch nicht geben – versichert Horst Siedle, der es sich nicht nehmen lässt, den Gast aus der großen Politik nach dem Rundgang persönlich zu begrüßen. Immerhin, sagt Herr Siedle, ist der Bundeswirtschaftsminister auch Stellvertreter der Kanzlerin und damit der ranghöchste Politiker, der Siedle und Furtwangen je besucht hat. Wie seine Frau gibt auch Horst Siedle dem Minister die Sicht des Familienunternehmers mit, der nicht verstehen kann, warum Firmen, darunter auch ein direkter Wettbewerber, mit Steuergeldern gefördert werden, um dann in Asien produzieren zu lassen. Philipp Rösler hört aufmerksam zu, und er erwidert den geäußerten Respekt: „Ich verneige mich vor Ihren Leistungen.“

„Großartiges Unternehmen“
Bevor er, gut zehn Minuten später als geplant, zum nächsten Termin eilt, verspricht der Minister, wiederzukommen. Nachdem er sich in das goldene Buch der Stadt Furtwangen und in das Gästebuch des Unternehmens eingetragen hat, verlässt er Siedle mit den Worten: „Ich habe nicht nur ein großartiges Unternehmen, sondern auch eine großartige Unternehmerin kennengelernt.“

Bilder von oben nach unten:
- Gabriele Siedle und Philipp Rösler
- Siedle Scope in Ministerhand …
- Philipp Rösler und Horst Siedle
- Dr. Marcel Klinge, Horst Siedle, Gabriele Siedle, Philipp Rösler, Josef Herdner
- Philipp Rösler und Gabriele Siedle

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