Heute vs. morgen: Wie sieht die Gebäudekommunikation der Zukunft aus?
Test
Welchen Bedeutungswandel hat der Begriff der Schwelle in den letzten Jahren erfahren? Welche Auswirkungen haben Megatrends wie Globalisierung und Digitalisierung auf die Architektur? Inwieweit verschieben sich die Grenzen zwischen dem Öffentlichen und dem Privaten, zwischen virtueller und realer Welt?

Die Fragen, mit denen sich ein Hersteller von Gebäudekommunikation im 21. Jahrhundert auseinandersetzen muss, sind vielschichtiger denn je.
Gabriele Siedle und Nikolaus Kuhnert, Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift ARCH+, haben sich über die Architektur an der Schwelle unterhalten. Ein Ergebnis des Gesprächs sind mehrere Spannungsfelder, in denen sich das Thema Gebäudekommunikation zukünftig bewegen wird.

Das Video zeigt zentrale Passagen aus dem Dialog. Weitere Gesprächsausschnitte mit Gabriele Siedle und Nikolaus Kuhnert können Sie hier einsehen:
> zu YouTube
Komplex vs. einfach
Der Eingang wird intelligenter, und Architekten gewinnen mehr Freiheiten, ihn zu gestalten. Doch je vielfältiger die Möglichkeiten, desto wichtiger werden kluge Auswahl, Klarheit und die Reduktion auf das jeweils Wesentliche.

Virtuell vs. real
Je intensiver wir uns mit der digitalen Welt vernetzen, desto öfter sehnen wir uns nach echten Erfahrungen. Einhergehend mit der zunehmenden Digitalisierung der Schwelle wird ihre spürbare Materialität an Bedeutung gewinnen.

Innen vs. außen
Wo sieht die Gesellschaft die Schwelle der Zukunft? Fängt sie wirklich erst an der Tür an oder ist sie zunehmend in der Kommunikation zu sehen? Was ist außen, was innen, was ist privat, was öffentlich? Die Grenzen werden sich in Zukunft weiter verschieben.

Mobil vs. Immobilie
Die Schwelle ist heute schon da, wo wir sie haben wollen, zum Beispiel unterwegs auf dem Handy oder auf der Smartwatch. Drahtlose Technologien werden fest installierte, in die Architektur integrierte Kommunikationssysteme allerdings nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Sicherheit vs. Zugänglichkeit
„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“ Auch die Architektur der Schwelle bewegt sich seit jeher auf einem schmalen Grat zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit und dem Wunsch nach Offenheit.

Kommunikation vs. Kontrolle
Die digitale Kommunikation öffnet einerseits neue Fenster zur Welt, andererseits erlaubt sie, dass die Welt durch diese Fenster in die Privatsphäre zurückblicken kann. Das Leben in einem solchen digitalen Glashaus stellt auch die Architektur vor grundsätzlich neue Herausforderungen.

Rückzug vs. Erreichbarkeit
Wann und wo wir erreichbar sind, definiert sich gegenwärtig neu. Erreichbarkeit bezieht sich heute nicht mehr auf eine bestimmte Tageszeit oder einen bestimmten Ort, denn technisch ist sie immer und überall realisierbar. Was im Zuge dieser Entwicklung wichtiger wird, ist der Rückzugsraum.
© 2016 S. Siedle & Söhne OHG
Drucken
YouTube Google+ Twitter Facebook TOP